Kohlefaser bei Hyundai, BMW

Nach der Einführung des kohlenstofffaserintensiven BMWi3Undi8Die große Frage war also: „Was kommt als Nächstes?“ Jeder Automobilhersteller verfolgt bei der Integration von Verbundwerkstoffen einen anderen Ansatz, und es gibt erste Anzeichen für den Einsatz von Kohlefaser in zwei neuen Fahrzeugen, einem Konzeptfahrzeug und einem Serienmodell.
Das Konzeptfahrzeug ist der wasserstoffbetriebene HyundaiIntradoDer Crossover wurde 2014 vorgestellt. Erst in diesem Jahr erfuhren wir jedoch mehr über die Materialien, die für die Fahrgastzelle verwendet wurden. Die Fertigung übernimmt Axon Automotive (Wollaston, Großbritannien), ein Unternehmen, das für seine Spaceframe-Verbundstrukturen bekannt ist. Diese werden mit dem firmeneigenen Axontex-System hergestellt. Dabei werden geflochtene Schläuche in die gewünschte Querschnittsform über einen Kern aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) infundiert. Der LDPE-Schaumkern dehnt sich während des Infusionsprozesses aus und sorgt so für die nötige Kompression gegen die Form.
Das Axontex-System für dieIntradoFür die Konstruktion werden hochfeste Kohlefaserverbundstoffe der Firma Hyosung (Seoul, Südkorea) verwendet, die vakuumimprägniert mit dem Acryl-Duroplastharz Crestapol 1250LV von Scott Bader (Wollaston, Großbritannien) sind. Die Fahrgastzelle wird zudem mit dem Klebstoff Crestabond von Scott Bader verklebt, um Verbund-, Aluminium- und Stahlteile miteinander zu verbinden.
Axon zufolge ermöglicht das Axontex-System bei Fahrzeugen eine optimierte Strukturierung, bei der Material genau dort platziert wird, wo es am meisten benötigt wird. Zudem tragen die Hohlbauteile zur Gewichtseinsparung bei. Axon gibt an, ein patentiertes Verfahren zur Serienfertigung von Axontex-Teilen entwickelt zu haben und bereits Fahrgastzellen für Hyundai herzustellen, während der Automobilhersteller seine Produktionspläne prüft. Unklar ist jedoch, wann Hyundai die Fahrzeuge in Serie produzieren wird.Intradoin Produktion.
Das zweite Fahrzeug, das sich bereits in Produktion befindet und auf den Markt kommen wird, stammt tatsächlich von BMW. Die 7er-Reihe von 2016, wie diei3Undi8Der neue 7er verwendet Kohlenstofffasern von SGL Automotive Carbon Fibers (SGL ACF, Moses Lake, WA) in einem von SGL entwickelten Herstellungsverfahren namens Carbon Core. Dabei werden Kohlenstofffasern mit anderen, nicht aus Verbundwerkstoffen bestehenden Materialien wie Stahl und Aluminium kombiniert. Dadurch ist der neue 7er bis zu 130 kg leichter als das Modell von 2015.
Der 7er BMW wird auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2015 in Frankfurt am Main vom 17. bis 37. September zu sehen sein.



