Verstärkte Marmorfassaden für ein deutlich geringeres Gewicht

Marmor, schön und ästhetisch ansprechend, wird seit Jahrtausenden in der Architektur verwendet. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Verwendung von Marmor im Bauwesen von massiven, tragenden Mauern aus Vollstein hin zu dünnen Steinfassaden, die im 20. Jahrhundert an der Gebäudekonstruktion befestigt wurden. Als 1974 der Standard-Oil-Wolkenkratzer (später in Amoco-Gebäude umbenannt) in Chicago, Illinois, errichtet wurde, rissen die Marmorfassadenplatten an der Hälfte des Gebäudes bald, wölbten sich nach außen oder lösten sich teilweise vollständig unter dem Einfluss der extremen Frost-Tau-Wechsel, des Windes und der Feuchtigkeit in Chicago. Das Gebäude wurde schließlich renoviert und die Fassadenplatten wurden ersetzt.


Die Fassadenschäden waren auf die relativ spröde Beschaffenheit des dünn geschnittenen Steins zurückzuführen. Seitdem wurden verschiedene Materialien – Glasfasergewebe, Schaumstoff, Sperrholz und Wabenkern – zur rückseitigen Verstärkung von Marmorverkleidungen eingesetzt. Kunovar & Kamini (Ljubljana, Slowenien), ein Unternehmen mit langjähriger Tradition in der Natursteinverarbeitung, verwendet seit Kurzem das patentierte 3D-Glasfasergewebe Parabeam 3D von Parabeam BV zur Verstärkung flacher Marmorfassaden und gebogener Säulenverkleidungen.

3D-Glasgewebe wird aus E-Glasgarn gewebt und besteht aus zwei Deckschichten, die durch vertikale „Florfäden“ (Z-Achsen-Fäden) verbunden sind, welche in die Deckschichten eingewebt werden und so eine integrierte Sandwichstruktur bilden. Aufgrund seiner inhärenten Drapierbarkeit – und im Gegensatz zu flachen Sandwichmaterialien und Sperrholz –3D-GlasgewebeDie Verstärkung passt sich problemlos der gebogenen Säulenverkleidung an und erfordert weder Hitze noch Pressvorrichtungen bei der Anwendung oder Installation.3D-GlasgewebeHaftet gut auf porösem Marmor mit Epoxidharz, das von Hand mit einer Rolle aufgetragen wird.
Während das Gewebe das Harz aufnimmt, bewirken Kapillarkräfte in den Fasern, dass sich das Gewebe auf eine voreingestellte Höhe aufrichtet und so Dickenunterschiede im Marmor ausgleicht. Es sind verschiedene Stärken von 3 bis 10 mm (0,12 bis 0,4 Zoll) erhältlich, wobei die Stärke vom jeweiligen Anwendungsfall abhängt. Für zusätzliche Verstärkung können mehrere Lagen getränkt und übereinandergelegt werden.
Kunovar & Kamini berichtet, dass der Einsatz von 3D-Glasgewebe den Marmorabfall von 30 Prozent auf nur noch 5 Prozent reduziert hat. „Mit3D-Glasgewebe„Durch die Verstärkung reißt der Marmor weniger leicht, und wenn er doch reißt, kann er oft repariert werden“, so das Unternehmen. Darüber hinaus3D-GlasgewebeDurch die Verstärkung können dünnere Steinplatten verwendet werden, was zu einer deutlichen Gewichtsreduzierung führt. Beispielsweise wiegt eine Säule mit den Maßen 2 m × 25 m (6,5 ft × 81,25 ft) mit einer 30 mm dicken Marmorverkleidung und einer 1 mm dicken herkömmlichen Verstärkung, etwa aus Sperrholz, 50 Tonnen.3D-GlasgewebeKunovar & Kamini konnte die Marmorstärke um 1 mm reduzieren, auf das Sperrholz verzichten und so das Gesamtgewicht der Säule um 50 Prozent senken. Die leichtere Fassade benötigt zudem weniger robuste Befestigungssysteme (siehe Foto unten links), was weitere Kosten- und Gewichtseinsparungen ermöglicht. Tests belegen eine Steigerung der Festigkeit um mehr als 50 Prozent.3D-Glasgewebeim Vergleich zu unbewehrter Marmorverkleidung.


